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Phalaenopsis-Orchideen
 
   
 
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Name:Phalaenopsis, Malaienblume, Nachtfalterorchidee (bot. Phalaenopsis)
 
Beschreibung:Phalaenopsis-Orchideen bilden eine eigene Gattung mit ungefähr 70 bekannten Arten und gehören zur Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae). Ihre Heimat ist das tropische/subtropische Asien zwischen Indien und Australien, wo sie epiphytisch auf anderen Pflanzen wachsen (d.h. diese als mechanischen Träger benutzen). Sie bilden zahlreiche Luftwurzeln aus, mit deren Hilfe sie einerseits sich auf den Wirtspflanzen festhalten und andererseits Nährstoffe sozusagen "aus der Luft" aufnehmen. Sie besitzen maximal ca. 30 cm lange Stämmchen, die von großen, breiten, ledrigen Blättern umgeben sind, die in den meisten Fällen dunkelgrün, seltener blaugrau sind. Die Blütenstengel entspringen den unteren Blattachseln und erreichen eine Länge von bis zu 1 m. Sie sind oft verzeigt und meistens paarweise mit vielen Blütenknospen besetzt, die sich nach und nach von unten nach oben öffnen. Aufgrund der herrlichen Blüten, der langen Blütezeit und der relativ unkomplizierten Pflege ist Phalaenopsis eine Orchidee, die auch für Anfänger sehr zu empfehlen ist. Im Handel sind zahlreiche Hybriden erhältlich, die die natürlich vorkommenden Arten bezüglich der Schönheit der Blüten oft deutlich übertreffen.
 
Wasser:Phalaenopsis bevorzugt als epiphyte Pflanze eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 50%. Wo dies nicht gegeben ist, sollte man die Pflanze regelmäßig mit unbedingt sehr weichem Wasser (am besten Regenwasser) einsprühen. Wer weder über weiches Leitungswasser noch über Regenwasser verfügt, kann hartes Wasser mit demineralisiertem Wasser aus dem Baumarkt wie folgt "verdünnen":
 Härtebereich II:1+1
 Härtebereich III:1+2
 Härtebereich IV:1+3
Hierbei bedeutet z.B: die Angabe "1+2", daß man 1 Teil Leitungswasser mit 2 Teilen demineralisiertem Wasser mischt. Man kann zwar auch pures demineralisiertes Wasser verwenden, aber aus Kostengründen ist dies nur bei wenigen Pflanzen ratsam. Welchem Härtebereich das Leitungswasser in Ihrer Stadt zuzuordnen ist, erfahren Sie entweder beim Wasserwerk oder können Sie mit Hilfe von im Handel erhältlichen Teststäbchen selbst ermitteln (hierbei bitte Härtegrad und Härtebereich nicht verwechseln!). Als Ersatz für weiches Wasser sollte nicht durch Essig der pH-Werts des Wassers gesenkt werden, da man damit zwar den pH-Wert günstig beeinflussen kann, nicht aber den zu hohen Salzanteil im Wasser zu vermindern in der Lage ist.

Das (Spezial-)Substrat darf keinesfalls zu feucht sein, weil Phalaenopsis ausschließlich Luftwurzeln ausbildet, die -wie der Name schon sagt- ein luftiges Umfeld benötigen und bei zu hoher Feuchtigkeit anfangen zu faulen. Wenn die Blätter weich und schrullig werden, wird dies meistens durch viel zu nasses Substrat verursacht. Viele Orchideenliebhaber gießen ihre Orchideen überhaupt nicht, sondern besprühen sie und das Substrat täglich mit ein wenig weichem Wasser. Dabei muß unbedingt darauf geachtet werden, daß nur wenig Wasser auf das Substrat gelangt. Eine andere und für Anfänger geeignetere Methode ist, im Sommer ca. einmal pro Woche und im Winter entsprechend seltener per Tauchmethode zu wässern. Dazu taucht man den gesamten Topf behutsam für ein paar Sekunden in handwarmes Wasser (Vorsicht, daß das Substrat nicht wegschwimmt!), läßt dann das überschüssige Wasser ablaufen und stellt die Phalaenopsis wieder an den ursprünglichen Ort.
 
Licht:Phalaenopsis bevorzugt einen hellen Standort, mag aber nicht so gern ganztätig pralle Sonne. Die Fensterbank eines gardinenlosen Südfensters ist daher nicht ganz der optimale Ort. Nach Gewöhnung ist unter mitteleuropäischen Bedingungen eine Kultur in praller Sonne jedoch durchaus möglich.
 
Temperatur:Während der Vegetationsperiode sollte die Temperatur tagsüber am liebsten ab 20 °C betragen, während die Nachttemperaturen 15 °C nicht unterschreiten sollten. Die Überwinterung kann hell und bei den oben angegebenen Temperaturen erfolgen oder aber kühl (ca. 5 bis 10 °C), wobei hier weniger Licht benötigt wird. Eine kühle Überwinterung fördert die Blütenbildung. Die Wassergaben müssen hierbei unbedingt auf nahezu Null reduziert werden (Fäulnisgefahr).

Die Blütezeit kann man übrigens künstlich verlängern, indem man die Pflanzen kühler stellt, sobald sich die ersten Blüten öffnen. Hierbei sollte es aber nicht kälter als ca. 15 °C werden.
 
Düngung:Während der Wachstumsphase einmal pro Woche oder weniger mit einem guten Blattdünger, der gemäß Herstelleranweisung angesetzt wird. Hier sollten Sie ausnahmsweise spezielle, auf Orchideen zugeschnittene Produkte zu bevorzugen. Ein Geheimtip schlechthin ist Orchid Quick Plus von Manfred Meyer, einem bekannten Orchideenzüchter im Frankfurter Raum. Idealerweise wird auch die Düngerlösung nicht gegossen sondern mit einem Wasserzerstäuber auf Blätter, Luftwurzeln und Substrat gesprüht. Im Winter wird seltener (ca. 1x pro Monat) bei warmer Überwinterung bzw. gar nicht bei kalter Überwinterung gedüngt. Alternativ kann man im Sommer ungefähr einmal im Monat gewöhnlichen Blühpflanzendünger in halber Konzentration durch Gießen verabreichen und im Winter gänzlich auf Düngung verzichten.
 
Vermehrung:Vorzugsweise durch Samen, was aber aufgrund der komplizierten Fortpflanzungmechanismen und der dafür erforderlichen Gerätschaften Züchtern vorbehalten ist. Phalaenopsis bildet jedoch manchmal auch an den Blütenstengeln an einem schlafenden Auge Ableger. Wenn Sie unter dem Ableger ein wenig Spaghnum befestigen und dieses leicht feucht halten, können Sie die Wurzelbildung unterstützen. Belassen Sie ihn so lange an der Pflanze, bis der ihn versorgende Stengel beginnt einzutrocknen. Schneiden Sie dann den Stengel knapp unterhalb sowie ggf. oberhalb des Ablegers ab und pflanzen Sie den Ableger dann in Orchideensubstrat. Größere Stücke des Substrats sollten vorher in Anbetracht der winzigen Wurzeln allerdings etwas zerkleinert werden. Eine erhöhte Luftfeuchte verbessert das Anwachsen. Gute Dienste leistet hier ein kleines Zimmergewächshaus für wenige Euro. Alternativ können Sie den eingetopften Ableger für einige Wochen in eine ausreichend große, durchsichtige Plastiktüte stellen, die oben luftdicht verschlossen wird, um ein Zusammenfallen der Tüte zu vermeiden. Um Schimmel zu vermeiden, ist es in beiden Fällen absolut notwendig, täglich zu lüften - am besten mehrmals.
 
Sonstiges:Wie alle epiphytischen Orchideenarten benötigt auch Phalaenopsis ein ganz spezielles Substrat und darf keinesfalls in normaler Blumenerde ausgepflanzt werden. Sollten Sie umtopfen müssen, wenden Sie sich daher am besten an einen Fachbetrieb, da fertige, abgepackte "Orchideenerde" in den seltensten Fällen etwas taugt. Sie können aber auch sehr leicht  Orchideensubstrat selbst herstellen. An den Blütenstengeln können erneut Blüten gebildet werden. Schneiden Sie ihn daher nur bis zum nächsten schlafenden Auge zurück. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie auch lediglich das abschneiden, was bereits vollständig eingetrocknet ist.
 
Verwandte Arten:Die Gattung Phalaenopsis besteht aus ca. 70 Arten. Im Handel erhältlich sind jedoch fast ausschließlich Hybriden.
 
Preisbeispiel:Phalaenopsis-Orchideen werden im lokalen Handel zahlreich und in vielen Farben angeboten. Meistens kosten sie zwischen 5 und 13 Euro (spezielle Züchtungen auch mehr), wobei bei den Standardsorten nicht die Größe entscheidend ist sondern die Anzahl der Blütenrispen. Dies mag teuer erscheinen, aber es lohnt sich: Sie blühen sehr lange und zudem bei guter Pflege in den Folgejahren immer wieder, bei guten Bedingungen sogar mehrmals pro Jahr. Oft kann man halb oder ganz verblühte Exemplare sehr günstig für wenige Euro erstehen, die bei guter Pfege zuverlässig bald wieder blühen. Spezielle Phalaenopsisarten erhält man über den im Internet vertretenen Versandhandel.
  

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Letzter Upload dieser Seite: 05.11.2016 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)