| | |  |  Kelkheim 2009 | |  Kelkheim 2009 | |  Kelkheim 2010 | Klicken Sie auf die Bilder, um sie größer zu sehen
| Name: | Wüstenrose (Adenium obesum bzw. je nach Quelle auch Ademium arabicum), vormals Nerium obesum bzw. Pachypodium obesum | | | | Beschreibung: | Adenium obesum, umgangssprachlich auch Wüstenrose genannt, gehört zu den Seidenpflanzengewächsen (Asclepiadaceae), die wiederum den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae) zugeordnet werden. Sie wächst strauchförmig und kann eine Wuchshöhe von bis zu einigen Metern erreichen, bleibt meistens jedoch deutlich kleiner. Die Wüstenrose ist eine aus Arabien sowie West-/Zentralafrika stammende Sukkulente, also eine wasserspeichernde Pflanze. Sie ist an hohe Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung angepaßt. Bei Adenium dient sowohl die Stammbasis als auch der Übergangsbereich zu den Wurzeln als Wasserspeicher, die beide deutlich verdickt sind und als dekorativ angesehen werden. Die mittelgrünen Blätter besitzen einen umgekehrt tropfenförmigen Umriß. Die Blüten sind mit ca. 5 cm Durchmesser relativ groß und meistens rosa oder rot mit weißem Zentrum. Neben der in Kultur weitverbreiteten Adenium obesum sind etliche weitere Unterarten bekannt, deren Namensgebung jedoch leider nicht einheitlich ist und je nach Quelle differiert. So kann je nach Quelle mit Adenium arabicum eine Unterart mit behaarten Blättern sein oder aber ein Synonym für Adenium obesum. | | | | Wasser: | Adenium obesum ist eine Sukkulente, weshalb ihr auch längerer Wassermangel wenig ausmacht, während man sie speziell im Winter mit zuviel Wasser sehr schnell totpflegen kann. Trotzdem schätzt die Wüstenrose bei hohen Temperaturen und viel Sonne reichliche Wassergaben, wobei Staunässe aber unter allen Umständen vermieden werden muß. In Zimmerkultur ist es im Herbst und Winter überlebenswichtig, das Substrat unbedingt nahezu trocken halten, um Fäulnis zu vermeiden. Dies bedeutet im Klartext, daß man im Herbst nur alle paar Wochen ganz geringe Wassergaben gibt und zum Winter hin komplett auf Null reduziert. In den Übergangszeiten von Ruhe- zu Vegetationsperiode und umgekehrt gießt man besser deutlich zu wenig als ein bißchen zuviel. Im Frühjahr ist es angezeigt, erst dann mit schwachen Wassergaben zu beginnen, wenn Adenium in voller Blüte steht; ansonsten riskiert man Fäulnis.
Um zuviel Nässe zu vermeiden, wird ein sehr durchlässiges Substrat benötigt. Dies kann z.B. eine Mischung aus 30% Gartenerde und 70% Füllmaterial sein. Als Füllmaterial kommen u.a. Perlite, Bims, Kokosbaststücke oder kleine Holzstücke in Frage. Wer sich daran stört, daß Perlite und Bims optisch keine Augenweide sind, verwendet als dünne oberste Schicht ein anderes, optisch ansprechenderes Substrat (beispielsweise Gartenerde plus Kokossubstrat). Das Umtopfen sollte ausschließlich im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb erfolgen. | | | | Licht: | Die Wüstenrose gedeiht in ihrer Heimat in praller Sonne, weshalb man ihr auch in Kultur so viel Sonne wie möglich gönnen sollte. Andernfalls läuft man Gefahr, daß Adenium nicht blüht. Das Zimmer ist im Sommer aus diesem Grund ein eher schlechter Standort, denn auch direkt hinter einem Fenster ist erheblich weniger Licht vorhanden als im Freien, zumal mitteleuropäische Sommer ohnehin schon tendenziell eher zu wenig Licht bieten. Adenium sollte daher, solange die Außentemperatur es erlaubt, auf einem vollsonnigen Balkon oder einer vollsonnigen Terrasse stehen. Während der Ruhezeit (dann ist die Pflanze blattlos) ist ein nicht ganz so heller Standort hingegen durchaus akzeptabel, weshalb die Überwinterung im Zimmer problemlos möglich ist. Wie bei allen Pflanzen sollte man es vermeiden, belaubte Pflanzen im Frühjahr direkt in die pralle Sonne auszuräumen. Es kann dann zu irreversiblem Sonnenbrand auf den Blättern kommen, was man durch eine Gewöhnung für jeweils einige Tage zuerst im Schatten und dann im Halbschatten vermeiden kann. Im unbelaubten Zustand ist dies jedoch kein Problem. | | | | Temperatur: | Adenium obesum mag hohe Temperaturen und hat auch mit extrem hohen Temperaturen keine Probleme. Im Winter sind 10 °C die absolute Untergrenze, wobei ein wärmerer Standort anzuraten ist. Die warme Fensterbank ist daher im Winter ein geeigneter Platz. | | | | Düngung: | Nur während der Wachstumsphase sollte man höchstens einmal alle 2 Wochen mit einem Dünger mit ausgeglichenen NPK-Werten düngen (also beispielsweise NPK = 8-8-8 oder 6-6-6), der nach Herstellervorschrift angesetzt wird. Man findet solche Dünger meistens unter den Kakteendüngern. Ersatzweise tut's ein Blühpflanzendünger, bei dem der N-, P- und K-Wert nicht zu stark voneinander abweicht, also z.B. 6-8-7. | | | | Vermehrung: | Die Vermehrung erfolgt sowohl durch Stecklingsvermehrung als auch durch Aussaat. Stecklinge bilden jedoch keinen hübschen Caudex (=deutlich verdickte Stammbasis) aus, der einen Großteil des Charmes von Ademium ausmacht. | | | | Sonstiges: | In seiner Heimat wirft Adenium obesum während Trockenperioden ihre Blätter ab und fällt in eine Trockenruhe. Trotz intensiver Sonneneinstrahlung und sehr hoher Temperaturen kann die Wüstenrose so monatelang überleben. In Mitteleuropa sind die Bedingungen jedoch ganz anders: Der Sommer bietet moderate Umgebungsbedingungen und daher gute Wachstumsvoraussetzungen, sofern man für ausreichende Wassergaben sorgt. Tendenziell bieten mitteleuropäische Sommer schon zu wenig Licht, während es im Winterquartier oft viel zu dunkel ist. Deshalb sollte man im Spätsommer/Herbst die Wassergaben zuerst reduzieren und dann komplett einstellen, um so eine Trockenruhe erzwingen, die es erlaubt, die lichtarme Zeit schadlos zu überstehen. Man kann dann im späten Frühjahr die Ausbildung neue Blätter und auch Blüten forcieren, indem man die Wüstenrose an einen möglichst hellen und warmen Platz stellt. Sofern man über einen sehr hellen Überwinterungsort verfügt, kann man Adenium jedoch auch ohne Ruhezeit weiterkultivieren; allerdings geht dies zulasten der Blühfreudigkeit.
Der häufigste Kulturfehler ist, bei neu gebildeten Blättern die Wassergaben sofort deutlich zu erhöhen. Richtig ist, sie erst zu erhöhen, wenn auch die Temperaturen sommerliche Werte angenommen haben und zudem ein deutlicher Vegetationsschub sichtbar ist. Aber auch dann sollte man sie nur langsam erhöhen. Wie gesagt handelt es sich um eine Sukkulente, weshalb zuviel Wasser vor allem bei niedrigen Temperaturen ein Todesurteil sein kann.
Der Pflanzensaft von Adenium enthält wie der von Oleander Glykoside und ist daher giftig. Aufgrund des sehr bitteren Geschmacks sind unbeabsichtigte Vergiftungen jedoch nicht bekannt. | | | | Verwandte Arten: | Adenium bildet eine Familie, weshalb mehrere Adenium-Arten existieren. Die Taxonomie ist je nach Quelle leider sehr uneinheitlich und z.T. auch widersprüchlich. | | | | Preisbeispiel: | Selbst für nur 10-15 cm hohe Pflänzchen werden in Deutschland oft mehr als 10 € verlangt. In Anbetracht von weit unter 1 € Endkundenpreis in Asien, wo Ademium als Zierpflanze weit verbreitet ist, ist dies ziemlich unverschämt. |
|