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Inhalt:
 Pflanzenbeschreibung
 Anzucht

Avocado (Persea)
Estepona/Spanien 1998
 Avocado (Persea)
Estepona/Spanien 1998

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Pflanzenbeschreibung

Beschreibung:Die Avocado ist ein immergrüner, strauchiger Baum, der im feuchtwarmen tropischen Regenwald von Zentralamerika beheimatet ist, heute aber allerorts in den Tropen/Subtropen kultiviert wird. Er wird bis zu 20 m hoch und besitzt recht große, dunkelgrüne bis grünbräunliche, spitzovale, glänzende Blätter. Die Persea, so der botanische Name, gehört zur Familie der Lauraceae, also der Lorbeergewächse. Ihre Früchte sind birnenförmig und enthalten bis zu 25 % Fett, das hauptsächlich aus einfach ungesättigte Fettsäuren besteht und daher zu den gesunden Fettspendern zählt. Übliche Arten sind Persea americana, P. nubigena und P. gratissima.
 
Substrat:Das Substrat sollte vor allem durchlässig sein, bei größeren Pflanzen auch lehmig. Sandige Böden sind daher optimal.
 
Wasserbedarf:Der Wasserbedarf ist mittel. Das Substrat darf nicht zu feucht sein. Die Wurzeln dürfen keinesfalls im Wasser stehen, während kurzzeitiges Austrocknen der Avocado wenig ausmacht. Am liebsten mag die Persea jedoch ein stets leicht feuchtes Substrat.
 
Lichtbedarf:Sämlinge sollten ganzjährig möglichst hell stehen, aber nicht der prallen Mittagssonne ausgesetzt werden. Man kann sie jedoch allmählich an die Sonne gewöhnen. Ältere Avocados brauchen pralle Sonne für ein gutes Gedeihen.
 
Temperatur:Jungpflanzen können ganzjährig warm und hell bei Raumtemperatur kultiviert werden. Ältere Pflanzen sollte man im Sommer ins Freie an einen möglichst warmen, hellen Ort stellen und bei mindestens 5 °C überwintern. Selbst junge Avocados verkraften Nachttemperaturen um den Gefrierpunkt problemlos, wenn es tagsüber warm genug ist. Es ist daher möglich, Avocados relativ lange draußen stehen zu lassen und erst nach den ersten leichten Frösten einzuräumen.
 
Sonstiges:Persea ist sehr robust und kann bis zu den ersten Frösten draußen stehen. Zu reichliche Wassergaben quittiert sie allerdings durch braun werdende Blätter. Da Avocadopflanzen nicht laubabwerfend sind, brauchen sie auch im Winter Licht. Mit reifen Früchten ist im mitteleuropäischen Klima nicht zu rechnen, denn erstens bildet ein Avocado-Baum erst nach ca. 10 Jahren Blüten aus, zweitens sind Avocados nicht selbstbefruchtend und drittens ist die Vegetationsperiode in Mitteleuropa zu kurz. Möglicherweise ist ein Versuch in Weinbauregionen mit mildem Klima lohnend.
 
Verwandte Arten:Keine Informationen vorhanden



Avocado-Keimling
Im Freien angezogene Avocado-Keimlinge
(unter der größeren Avocado in der Mitte)
Kelkheim 1999

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Anzucht einer Avocado-Pflanze

Frucht:Wählen Sie möglichst eine sehr reife Frucht. Sicher gehen Sie, wenn Sie eine Avocado auswählen, die wenigstens stellenweise einen dunklen, bräunlichen Farbton besitzt. Die Sorte Hass hingegen, die zunehmend auch in Deutschland erhältlich ist, ist nur dann reif, wenn die ganze Frucht extrem dunkelbraun bis schwarz ist. Sie behält auch im reifen Zustand eine harte Schale. Richtig reif ist eine Avocado dann, wenn das Fruchtfleisch sehr weich und wie Butter bei Raumtemperatur problemlos streichfähig ist, auch wenn die Schale tiefgrün bleibt.
 
Samen:Entnehmen Sie den fast runden Kern vorsichtig. Vermeiden Sie, ihn mit dem Messer zu verletzen. Säubern Sie ihn unter lauwarmem Wasser von anhaftendem Fruchtfleisch.
 
Keimzeit:Ungefähr zwischen 4 und 6 Wochen abhängig von der Bodentemperatur. Bei sehr niedriger Temperatur (< 20 °C) dauert es mitunter Monate. Wundern Sie sich nicht, wenn der Kern nach einiger Zeit in 2 Teile "zerspringt". Dann hat nämlich die Keimung begonnen.

Nach meiner Erfahrung keimt wirklich jeder Avocadokern irgendwann einmal, auch wenn es mitunter bei niedriger Temperatur durchaus Monate dauern kann und der Kern während dieser Zeit unansehnlich wird.
 
Substrat:Zur Anzucht ist lockeres, unbedingt nährstoffarmes (damit sich die Wurzeln gut entwickeln) Substrat wie z.B. Cocos-Substrat, Torf oder spezielle Anzuchterde, geeignet. Um sicherzugehen, daß keine Schädlinge und Pilze im Pflanzsubstrat vorhanden sind, kann man dieses vor Verwendung im Backofen oder noch besser in der Mikrowelle in einem hitzebeständigen Gefäß für eine Viertelstunde auf mindestens 160 °C erhitzen (bei Cocos-Substrat nicht erforderlich). Das Substrat muß dabei leicht feucht sein. Das Gefäß darf keinesfall fest verschlossen sein, da der entstehende Wasserdampf dieses sprengen würde! Es muß jedoch einen Deckel besitzen, damit nicht zuviel Wasserdampf entweicht. Gut geeignet sind feuerfeste Glasschüsseln mit aufliegendem Glasdeckel.
 
Pflanzvorgang:Füllen Sie ein nicht zu kleines Pflanzgefäß zuerst mit einer Drainageschicht aus Blähton oder Tonscherben und dann mit Pflanzsubstrat unter leichtem Andrücken bis ungefähr 2 cm unter den Gießrand gefüllt, die Anzuchtschale nur mit Pflanzsubstrat. Danach legt man den gesäuberten Kern mittig, mit der leicht angedeuteten Spitze nach oben hinein und füllt soweit mit Substrat, daß noch 2/3 des Kerns sichtbar bleibt. Wenn man die Substratoberfläche nicht austrocknen läßt, genügt es sogar, den Kern lediglich auf das Substrat zu stellen. Daran schließt sich eine Wässerung mit lauwarmem Wasser an. Idealerweise verwenden Sie hierfür ein Sprühgerät, denn beim Gießen mit der Gießkanne wird sehr leicht das Substrat lokal weggeschwemmt. Hilfreich ist, bis zum Sichtbarwerden eines Triebes zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit eine kleine Plastiktüte locker (also nicht luftdicht!) überzustülpen. Man muß dann aber spätestens alle paar Tage durch kurzes Entfernen für Lüftung sorgen.

Die im Internet oft publizierte Methode, einen Kern mit 3 Zahnstochern zu durchbohren und in Wasser zu hängen, ist durchaus gangbar, hat aber sehr viele Nachteile und keinen einzigen Vorteil: Erstens wird der Kern verletzt (Fäulnisgefahr), zweitens keimen Avocadokerne in Wasser nicht besser als in Erde, drittens ist es problematisch, immer den richtigen Füllstand des Glases zu erhalten, viertens riecht das Wasser oft sehr schnell faulig und fünftens besteht die Gefahr, daß man beim Pflanzvorgang die bereits ausgebildeten, empfindlichen Wurzeln verletzt. Wenn schon Anzucht in Wasser, dann sei eine breite Schüssel empfohlen (s.u. unter Anzucht), die wenigstens das Problem des schnell veränderlichen Wasserstands infolge Verdunstung nicht kennt.

Wer sich wenig Arbeit machen will und einen Garten besitzt, kann im Frühjahr den pflanzfertigen Avocadokern einfach unter einen Busch (wg. Feuchtigkeit) in den Schatten pflanzen und wartet, bis sich der Kern spaltet. Dann wird er vorsichtig herausgenommen (Wurzeln nicht beschädigen) und in einen Pflanztopf eingetopft. Noch besser ist es, den Kern in einen kleinen Topf zu pflanzen und diesen im Boden einzusenken. Genauso sollte es funktionieren, wenn man einen Kern statt unter einen Busch zwischen Geranien in einen Balkonkasten steckt. Unter Büschen im Schatten bleibt das Substrat nämlich sehr lange feucht. Und Geranien müssen täglich gegossen werden, so daß auch hier das Substrat immer feucht genug ist.
 
Anzucht:Das so vorbereitete Pflanzgefäß stellt man an einen warmen, hellen Platz. Das Substrat muß immer ausreichend feucht aber nicht naß gehalten werden. Sobald sich ein Trieb mit vier Blättern entwickelt hat, sollte man die Triebspitze entfernen (auch wenn's einem noch so weh tut). Andernfalls bildet sich ein einzelner, langer dürrer Trieb, der sich erst in großer Höhe verzweigt. Dies passiert auch bei einem dunklem Standort; hier hilft das Entfernen der Triebspitze nur sehr eingeschränkt. Aus diesem Grund empfehle ich, Avocados nur im Sommer zur Keimung zu bringen und den Sämling im Freien an einem hellen Ort weiter zu kultivieren. Das Abpflücken der Triebspitzen kann man wiederholen, wenn sich neue Triebe gebildet haben, die ihrerseits Blätter ausgebildet haben. Es kann übrigens ganz unterbleiben, wenn die Pflanze draußen und in der Sonne steht, da dann die UV-Strahlung das abnorme Längenwachstum verhindert. Ab der Keimung darf das Substrat übrigens nur noch mäßig feucht sein.

Hat sich doch einmal ein langer, kahler Trieb gebildet, der nur an der Spitze Blätter besitzt, kann man den Stengel an jeder gewünschten Höhe einfach abschneiden. Wenn man diesen Vorgang nicht sehr oft wiederholt, schlägt die Avocado sehr zuverlässig wieder aus.

Da der Kern zur Keimung eine hohe Feuchtigkeit erfordert und dabei nicht auszuschließen ist, daß sich dabei "anderes Leben" (Pilze usw.) entwickelt, kann man den Kern in eine ausreichend hohe Schüssel stellen (angedeutete Spitze nach oben - eventuell mit Hilfsmittel wie z.B. Unterlegring fixieren) und soweit mit Wasser füllen, daß maximal die Hälfte immer im Wasser steht. Beim Sichtbarwerden erster Wurzeln wird der Kern wie oben beschrieben eingepflanzt und weiterkultiviert. Die Substratfeuchtigkeit wird dann normal gehalten (also nicht zu hoch).

Ich selbst bevorzuge als Anzuchtmethode die konventionelle, wobei ich mit Cocos-Substrat nicht nur aufgrund der keimtötenden Wirkung die besten Erfahrungen gemacht habe.
 
Wässerung:Wie so oft muß das Substrat feucht aber nicht naß sein. Am besten benutzen Sie zum Bewässern ein Sprühgerät. Damit können Sie am späten Nachmittag unter Verwendung kalkarmen Wassers auch die Blätter einnebeln, wenn Sie wollen (dies darf keinesfalls in der prallen Sonne erfolgen). Das Einnebeln ist allerdings nicht wirklich erforderlich.
 
Düngung:Sämlinge werden überhaupt nicht gedüngt, denn sie versorgen sich selbst aus dem Kern. Frühestens nach etwa 4 Monaten sollte man beginnen, sehr schwach mit einem Flüssigdünger zu düngen, d.h. einmal pro Woche ein Viertel der empfohlenen Menge. Dies gilt auch im Winter, sofern die Pflanze im Winter an einem warmen und hellen Ort weiterwächst. In Winterruhe wird überhaupt nicht gedüngt.
 
Umtopfen:Umtopfen ist erst dann erforderlich, wenn der Ballen vollständig durchwurzelt ist.
  

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Letztes Update dieser Seite: 27.11.2013 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)