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 Allgemeines
 Methode1
 Methode2
 Andere Methoden


Allgemeines

Bevor Sie sich an die Aufbereitung des Gießwassers wagen, möchte ich eine Warnung loswerden: Wenn Sie sich nicht sicher sind, dies korrekt durchführen zu können, dann sollten Sie auf  Methode 1 verzichten. Denn bei falscher Wasseraufbereitung, d.h. starker Überdosierung können Sie Ihren Pflanzen ernsthafte Schäden zufügen, für die Sie beim Gießen mit sehr hartem Wasser sehr sehr viel länger gebraucht hätten!

Für Leute mit zwei linken Händen sei trotz gewisser Nachteile  Methode 2 empfohlen, da man hierbei überhaupt nichts falsch machen kann.

Sofern Sie -aus welchem Grund auch immer- auf die Aufbereitung harten Wassers verzichten, sollten Sie jedoch öfter (d.h. einmal jährlich) umtopfen, um das verbrauchte Substrat auszutauschen. Gleichzeitig darf es beim Zusammenmischen des neuen Substrat ruhig ein bißchem mehr Torf als eigentlich nötig sein, da dieser den  pH-Wert eine gewisse Zeit lang im zulässigen Bereich hält.

Für den Fall, daß Sie ein richtiges Hauswasserenthärtungsgerät mit Ionenaustauschern Ihr Eigen nennen, sollten Sie sich nicht zurücklehnen. Denn Ionenaustauscher tauschen, nomen est omen, nur gewisse im Wasser gelöste Ionen gegen andere aus, aber beseitigen sie nicht. Im wesentlichen werden Calcium- und Magnesium- gegen Natriumionen ausgetauscht. Die hierbei am Harz des Ionenaustauschers angelagerten Calcium- und Magnesiumionen müssen ihrerseits wiederum regelmäßig gegen Natriumionen ausgetauscht werden, um die Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten. Zum Zwecke der Regeneration wird Natriumchloridlösung, also Kochsalzlösung, durch das Harz gespült. Bei Geschirrspülmaschinen funktioniert das übrigens auf die gleiche Weise. Durch die Enthärtung wird das Wasser keineswegs verträglicher für Pflanzen, denn Pflanzen benötigen Calcium und Magnesium in relativ großen Mengen, Natrium jedoch nicht. Hartes Wasser ist aufgrund der gelösten Salze als Gießwasser sehr gut für die allermeisten Pflanzen geeignet, nur der hohe pH-Wert stört. Deshalb sollte man nicht die Salze entfernen oder durch andere ersetzen, sondern lediglich den pH-Wert verändern.

Absolut ungeeignet sind übrigens die sogenannten Entkalkungsgeräte, die angeblich auf magnetischer oder rein elektronischer Basis arbeiten und den Kalk auf mysteriöse und wissenschaftlich nicht nachvollziehbare Weise unschädlich machen sollen. Allen gemeinsam ist, daß sie in keiner Weise wirken. Auf Betreiben eines Arbeitskollegen wurde übrigens eine chemische Analyse von Wasser vor und nach der "Behandlung" mit einem solchen  Wundergerät, das überdies mehrere tausend Euro kosten sollte, durchgeführt. Ergebnis: Nicht der geringste Unterschied. Weder Salzgehalt noch -zusammensetzung noch pH-Wert hatten sich geändert. Auch die Rückstände der beiden Wasserproben ("Kalkringe" nach dem Eintrocknen) zeigten unter dem Mikroskop keinerlei Unterschiede. Wirksame Enthärtungsgeräte erkennen Sie daran, daß sie gewartet werden müssen, sei es durch Regeneration mit Kochsalz, durch Auswechseln von Filterpatronen (die meist Aktivkohle enthalten) oder gelkegentlichen Ersatz des Diaphragmas (bei Umkehrosmose).


Methode 1

Die effektivste Methode ist, den zu hohen  pH-Wert mittels einer Säure zu kompensieren. Hierfür benötigen Sie ein nicht ganz billiges pH-Wert-Meßgerät, das meistens ab ungefähr die 100 Euro kostet. Einfachere, aber ebenfalls noch brauchbare Geräte kosten ab 40 Euro. Diese sind z.B. im Laborbedarfshandel oder im  Versandhandel erhältlich. Vielleicht können Sie ein solches Gerät auch ausleihen; am besten "mit Bedienpersonal", denn die Bedienung ist nicht ganz ohne Tücken. Nicht brauchbar sind Billiggeräte für meistens ca. 10 Euro, die eigentlich gar keine pH-Wert- sondern Leitfähigkeitsmeßgeräte sind, aber als solche -insbesondere für Pflanzen oder Aquarien- angeboten werden. Richtige pH-Meßgeräte erkennen Sie an einer (mechanisch empfindlichen) Glas-Elektrode. Auch die preisgünstigen pH-Meßstreifen sind leider nicht geeignet, da sie nur in Lösungen mit relativ hoher Konzentration richtig anzeigen.

Zuerst ist es erforderlich, den Gießbehälter absolut kalkfrei zu machen, damit bei der Messung sich nicht ein eventuell vorhandener Wandbelag langsam auflöst und so die Messung stark verfälscht. Füllen Sie daher Ihre Gießkanne mit Leitungswasser, geben ordentlich Essig hinzu und füllen weiter mit Wasser auf, bis sie gerade eben überläuft. Lassen Sie sie dann einige Stunden stehen und gießen den Inhalt weg. Wenn danach noch ein Wandbelag sichtbar ist, müssen Sie diesen Vorgang wiederholen. Danach füllen Sie sie zum Spülen noch einmal mit Leitungswasser und gießen auch dieses weg. Das Spülwasser können Sie dabei im Gegensatz zum Essigwasser zum Gießen Ihrer Pflanzen verwenden.

Füllen Sie dann Ihre so präparierte Gießkanne normal voll und messen Sie nach einigen Minuten den pH-Wert. Werte unter pH=7 sind bei Leitungswasser übrigens mit Sicherheit falsch, da dieses aufgrund technischer Gründe (Leitungskorrosion) immer leicht alkalisch (= basisch) sein muß. Bei einem Wert über 7 geben Sie einen Tropfen Säure hinzu und rühren gut um. Am besten geeignet und immer vorhanden ist ganz normaler Haushaltsessig. Dann messen Sie den pH-Wert und wiederholen den Vorgang so oft, bis er unter 7 liegt. Die Anzahl der Tropfen sollten Sie sich merken. Beim nächsten Mal geben Sie dann genau die gleiche Menge Essig hinzu und messen zur Kontrolle nach. Wenn alles stimmt, können Sie dann ab sofort diese Menge Essig dem Gießwasser hinzufügen, ohne jedes Mal nachmessen zu müssen. Wichtig ist, daß Sie die gefundene Menge Säure immer in die gleiche Menge Wasser geben. Übrigens: Liegt der Wert schon nach dem ersten Tropfen unter 7, dann haben Sie Glück, weil das Wasser sehr weich ist. Aufgrund der geringen gelösten Salzmengen kann dieses den pH-Wert des Substrats nicht nennenswert verändern und sollte deshalb unbehandelt verwendet werden.

Anmerkung: Sie werden feststellen, daß sich (außer bei sehr weichem Wasser) bei Zugabe der Säure der pH-Wert des Wassers kaum ändert, dann aber schlagartig in den sauren Bereich umschlägt. Dies ist bei einer Titration, so der chemische Fachbegriff, völlig normal. Auch wenn ein einziger zusätzlicher Tropfen Essigsäure den pH-Wert von beispielsweise 7,6 auf 4,3 bringt, können Sie das Wasser als Gießwasser verwenden. Es kommt bei dieser Methode nicht darauf an, den pH-Wert exakt einzustellen, sondern die sogenannte Pufferkapazität des Wassers abzubauen, die durch die gelösten Salze hervorgerufen wird. Es ist nämlich nur wichtig, wie hoch der pH-Wert des Substrats ist, in dem die Pflanzen eingepflanzt sind. Das Substrat hat üblicherweise eine relativ hohe Pufferkapazität im leicht sauren Bereich. Diese saure Pufferkapazität würde langsam durch die basische Pufferkapazität des Wassers abgebaut, bis irgendwann der pH-Wert des Substrats ins Basische umschlägt und die Pflanzen dann Schaden nehmen. Die Pufferkapazität des Gießwassers wird durch den Essig beseitigt, sodaß die Pufferkapazität des Substrats nicht abgebaut wird. Den einen Tropfen Essig zuviel oder zu wenig in 1, 5 oder 10 Liter Gießwasser (je nach Größe der Gießkanne) steckt das Substrat leicht weg. Deshalb ist es nicht wichtig, den pH-Wert des Gießwassers absolut exakt einzustellen, sondern nur ungefähr den Umschlagpunkt des pH-Werts zu treffen. Ein bißchen zuviel oder zuwenig Essig ist nicht tragisch, so daß Sie nach dem Einmeßvorgang die Säuremenge nicht unbedingt durch Zählen der Tropfen ermitteln müssen, sondern ein entsprechendes Maß verwenden können wie z.B. einen Teelöffel oder einen Eßlöffel.


Methode 2

Wenn Sie mit technischen Meßinstrumenten auf Kriegsfuß stehen oder die nicht ganz unerhebliche Ausgabe für ein pH-Meßgerät scheuen, gibt es noch eine Methode, die zwar nicht so effizient ist, aber trotzdem zum Ziel führt: Torf ist leicht sauer und kann bei ausreichender Menge dazu benutzt werden, den pH-Wert zu senken (oder genauer gesagt die Pufferkapazität der im Wasser gelösten Salze abzubauen). Dazu füllt man Torf in ein Stoffsäckchen o.ä. und hängt dieses mindestens einen Tag lang in das Gießwasser. Ein halber Liter Torf sollte für ca. 5 Liter Wasser ausreichend sein. Der große Nachteil ist, daß man den Torf nur einmal hierfür verwenden kann und das Wasser längere Zeit stehen muß. Der große Vorteil ist, daß man nicht falsch dosieren kann und somit auch für Leute mit zwei linken Händen geeignet ist. Leider ist aus ökologischer Sicht die Verwendung von Torf nicht gerade zu begrüßen, da hierfür ganze Moorlandschaften in Plastiksäcke abgefüllt werden. Außerdem kostet Torf erheblich mehr als Essig.


Andere Methoden

Leider sind mir keine weiteren Maßnahmen bekannt, die für Privatleute finanzierbar sind und trotzdem zum Erfolg führen. Das vielgelobte Abkochen des Wassers hilft leider nur sehr begrenzt. Abgesehen vom hohen Energieaufwand wird nur ein kleiner Teil der Salze abgeschieden.

Theoretisch denkbar wäre, für das Gießen destilliertes oder demineralisiertes Wasser zu nehmen. Dies schadet den Pflanzen nicht. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht platzen hierbei keineswegs die Zellen der Wurzeln infolge Osmose. Genausowenig schadet es, wenn man destilliertes oder demineralisiertes Wasser trinkt. Allerdings ist demineralisiertes und ganz besonders destilliertes Wasser sehr teuer. Außerdem fehlen Calcium und Magnesium, so daß man diese dringend benötigten Nährstoffe anderweitig zuführen muß.
  

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