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Spritzen/Schädlingsbekämpfung
 
   
 
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Inhalt:
 Allgemeines
 Vorbeugung
 Gründe für chemische Schädlingsbekämpfung
 Spritzmitteltypen
 Anwendung von Spritzmitteln
 Weitere Themen:
 Schädlinge


Allgemeines

Leider kommt es immer wieder vor, daß Pflanzen von Schädlingen befallen werden. Schuld daran sind meistens nicht ganz optimale Kulturbedingungen, die die Pflanzen anfällig machen. Kritisch in dieser Hinsicht ist vor allem das Winterquartier, das meistens nur eine Notmaßnahme darstellt, um die Pflanzen einigermaßen unbeschadet über den Winter zu bringen. Hinzu kommt, daß bei uns die die Zierpflanzen ihrer Bezeichnung gerecht zu werden haben. Durch Schädlinge hervorgerufene Beeinträchtigungen der äußeren Erscheinung sind dabei absolut nicht erwünscht.


Vorbeugung

Man kann versuchen, die Widerstandskraft der Pflanzen zu stärken. Lassen Sie sie deshalb, solange die je nach Art unterschiedliche Mindesttemperatur nicht unterschritten wird, Ihre Pflanzen im Herbst lieber zur Abhärtung so lange wie möglich draußen stehen, anstatt sie viel zu früh einzuräumen. Neben der Wahl eines ganzjährig möglichst guten Standorts trägt auch eine angemessene Düngung während der Vegetationsperiode der Gesundheit bei.


Gründe für chemische Schädlingsbekämpfung

Wenn eine Pflanze trotz aller Vorsorgemaßnahmen von Schädlingen befallen wird, sollte man nicht zögern, chemische Mittel einzusetzen, auch wenn dies nicht in die Ökowelle paßt. Es gibt aber gute Gründe, die den Einsatz der chemischen Keule rechtfertigen:
1.Die Pflanze selbst gehört nicht zu den Lebensmitteln (Wenn man Pech hatte und spritzen mußte, muß man ja nicht unbedingt am nächsten Tag eventuell vorhandene Früchte essen).
2.Bei verantwortungsvollem Umgang (Spritzen im Freien, Beachtung des Beipackzettels) sind keine gesundheitlichen Gefahren zu erwarten - zumindest nicht bei den im Handel erhältlichen, relativ harmlosen Stoffen, die man als Otto Normalbürger ohne "Waffenschein" kaufen kann. Anders sieht das bei manchen gewerblich genutzten Mitteln aus: Die sind in jeder Hinsicht wirkungsvoller.
3.Nur die chemische Keule hilft sofort und verhindert so fortschreitende Schädigungen. Zierpflanzen werden, nomen est omen, ihrer Schönheit wegen kultiviert. Wenn eine Pflanze erst einmal geschädigt ist, braucht sie u.U. sehr lange, um sich zu erholen, und sieht während dieser Zeit wahrscheinlich nicht gerade sehr erklecklich aus. Deshalb lieber die vielgeschmähte chemische Keule benutzen als nachher die total verhuntzten Pflanzen möglicherweise sogar wegzuwerfen - denn dafür sind sie viel zu schade!
4.Ökologische Verfahren, die auf dem Einsatz von Freßfeinden beruhen, sind bei weitem nicht so effektiv wie chemische Mittel, da es Freßfeinden nie gelingt, wirklich alle Schädlinge zu vertilgen, sondern immer ein paar übrigbleiben. In freier Natur macht das nichts, weil sich dort ein stabiles Gleichgewicht einstellt, wobei die Schädlingspopulation nicht so hoch ist, daß sie der Pflanze wirklichen Schaden zufügt. Bei Balkon-, Kübel- und Zimmerpflanzen vermehren sich die überlebenden Schädlinge innerhalb kurzer Zeit wieder sehr stark. Zudem verhungern die Nützlinge bei Einsatz im Zimmer sehr bald, nachdem der Großteil der Schädlinge gefressen wurde. Ob das wirklich ökologisch ist? Nicht daß Mißverständnisse entstehen: Für den Garten oder größere Gewächshäuser sind ökologische Methoden hervorragend geeignet, weil sich ein Gleichgewicht einstellen kann, aber in abgeschlossenen Ökosystemen wie z.B. einem Zimmer oder auch im Kübel herrschen ganz andere Gesetze.
5.Sogenannte sanfte Verfahren wie Abbrausen mit Wasser oder Schmierseife wirken ebenfalls nicht wirklich: Man kann damit zwar die Population vermindern aber nicht wirklich ausrotten. Und Mittel auf Ölbasis sind für Pflanzen mitunter sogar gefährlich, weil u.U. die Spaltöffnungen der Blätter so verstopfen, daß sie alle abfallen. Zudem glänzen die Blätter absolut unnatürlich wie mit einer Speckschwarte abgerieben.


Spritzmitteltypen

Neben Kontaktgiften gegen Schädlinge, die nur dort wirken, wo man sie hinspritzt, gibt es auch sogenannte systemische Mittel, die von der Pflanze auch über die Blätter oder die Wurzeln aufgenommen werden und die Pflanze insgesamt giftig machen. Sofern man die Früchte nicht essen möchte, sind diese Mittel wirkungsvoller, weil sie auch dort wirken, wo man mit dem Spritzen nicht hinkommt. Allerdings vertragen nicht alle Pflanzen systemische Mittel, da sie in den Kreislauf der Pflanze aufgenommen werden. Beachten Sie daher bitte entsprechende Ausschlußlisten im Beipackzettel. Für die Mittel Rogor und Metasystox kann ich sagen, daß diese alle meine damit behandelten Pflanzen bislang klaglos vertragen haben. In jedem Fall sollte man im Abstand von ca. ein bis zwei Wochen erneut spritzen. Denn die Eier überstehen das Spritzen oft unbeschadet; deshalb sollte man die Pflanze auch vorher mit einem scharfen Wasserstrahl davon, so gut es geht, befreien. Die ganze Prozedur sollte man solange wiederholen, bis mit Sicherheit der letzte Schädling geschlüpft ist.

Darüberhinaus muß man zwischen breitbandig und selektiv wirkenden Spritzmitteln unterscheiden. Rogor und Metasystox wirken nicht nur systemisch sondern auch breitbandig gegen saugende Insekten und haben den Vorteil, daß man den Schädlingstyp nicht genau bestimmen muß, was vielen Leuten Probleme bereitet. Andererseits wirken selektiv wirkende Spritzmittel oft besser, weil z.B. auch die Eier zerstört werden, so daß man nicht wochenlang spritzen muß, bis auch wirklich der letzte Schädling auf der Pflanze eliminiert worden ist. Gegen pilzliche Erkrankungen sind meistens keine breitbandig wirkenden Mittel erhältlich, sondern man muß genau wissen, um welchen Pilz es sich handelt. Hilfreich ist, sofern Sie sich selbst mit der Bestimmung schwer tun, die Farbe, die Form und den Ort der Erkrankung zu merken und sich im Fachhandel beraten zu lassen.


Anwendung von Spritzmitteln

Zum Spritzen benötigen Sie im einfachsten Fall einen recht preisgünstigen Zerstäuber, der zum Einnebeln von Pflanzen mit Wasser oder zum Besprühen von Wäsche beim Bügeln geeignet ist. Es gibt aber im Fachhandel spezielle Geräte für diesen Zweck, vom Handzerstäuber bis zum großen Drucksprühgerät mit einem großen Fassungsvolumen, die den Vorteil haben, daß keine Verwechselungsgefahr besteht; es wäre zumindest unangenehm, wenn Sie Ihre Wäsche mit Spritzmittelresten einsprühen würden! Das ausgewählte Spritzgerät sollte ausschließlich zu diesem Zweck verwendet werden und muß unbedingt gekennzeichnet werden. Das Spritzmittel sollten Sie dort kaufen, wo man Sie wirklich fachkundig beraten kann. Wenn Sie sich nicht sicher sind, um welche Krankheit oder um welchen Schädling es sich handelt, wird man im guten Fachhandel gern Ihre mitgebrachte Pflanze untersuchen, vor allem wenn Sie sie dort gekauft hatten. Aber bitte laufen Sie mit Ihrer Pflanze nicht durch den ganzen Laden, wo Sie die Schädlinge oder Krankheitserreger verbreiten könnten, sondern belassen Sie sie zunächst im Auto und schildern Sie zuerst dem Verkäufer das Problem!

Setzen Sie das Spritzmittel nach Vorschrift an. Verwenden Sie hierfür keinesfalls Behälter, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Bei den meisten Mitteln ist es sinnvoll, die Oberflächenspannung mit einem winzig kleinen Tropfen Spülmittel oder Netzmittel (aus dem Fotobereich) herabzusetzen, damit die Lösung von den Blättern nicht einfach abperlt. Wenn Sie angesetztes Spritzmittel aufbewahren, beschriften Sie bitte unbedingt den Behälter, um Unfälle zu vermeiden. Behälter für Lebensmittel (z.B. Limoflaschen) sind hierfür strengstens verboten. Bei Nichteinhaltung haften Sie voll für die Folgen. Beachten Sie bitte, daß angesetzte Spritzmittel teilweise recht bald ihre Wirksamkeit verlieren. Näheres hierzu finden Sie im Beipackzettel.

Ist die Pflanze von Schädlingen befallen, ist es günstig, diese vor dem Spritzen zu entfernen. Es hat sich bei kleineren Pflanzen bewährt, diese in der Badewanne mit einem scharfen Wasserstrahl vom Großteil der Schädlinge und der meistens vorhandenen Eier zu befreien. Hierzu steckt man den Topf in eine Plastiktüte und bindet oben zu, damit erstens keine Erde in die Badewanne gerät und zweitens das Substrat nicht klitschnaß wird. Dann legt man die Pflanze in der Wanne auf die Seite und spritzt mit der Dusche mit dem härtesten Strahl, den der Duschkopf zuläßt, auf die Unterseite der Blätter. Wenn man die Pflanze dreht, erreicht man so alle befallenen Stellen. Keine Angst: Man muß sich schon sehr überwinden, den scharfen Strahl auf die Pflanze zu richten, aber es werden höchstens solche Blätter abfallen, die bereits so sehr geschädigt sind, daß sie in wenigen Tagen von selbst abfallen würden. Größere Kübelpflanzen kann man im Freien mit dem Gartenschlauch abspritzen, wobei man immer von unten arbeiten sollte, weil Schädlinge vorzugsweise unter den Blättern sitzen.

Das anschließende Spritzen mit chemischen Mitteln muß immer im Freien bei Windstille durchgeführt werden, auch wenn Sie solche Mittel verwenden, die zum Gebrauch in geschlossenen Räumen angeblich geeignet sind. Vermeiden Sie es unbedingt, den Sprühnebel einzuatmen, denn was die kleinen Viehcher umbringt, kann für den Menschen nicht ganz harmlos sein! Im Winter warten Sie am besten auf frostfreie Tage. In Notfällen, wenn es draußen zu kalt ist, kann man auch im Keller spritzen (dann aber richtige Schutzmaske tragen und nicht nur ein popeliges Vlies vor Mund und Nase, das nur ein Staubschutz ist!) und danach sehr gut lüften. Bitte denken Sie daran, daß die meisten Schädlinge unter den Blättern sitzen. Deshalb sollten Sie von oben wie auch von unten alle Teile der Pflanze besprühen. Die feuchte Pflanze muß danach an einem Ort, an dem es nicht kälter ist als die Überwinterungstemperatur, abtrockenen. Hierbei darf sie auch keiner kalten Zugluft ausgesetzt sein. Zum Spritzen gänzlich ungeeignet ist aus gesundheitlichen Gründen die Wohnung. Außerdem verbreiten viele Spritzmittel gewollt einen äußerst unangenehmen Geruch.

Das Spritzen mit chemischen Mitteln kann man aber auch durch den Einsatz sanfter Methoden zeitlich nach hinten schieben, wenn es die äußeren Bedingungen gerade nicht zulassen. Mir persönlich ist es auch wohler, zur Winterzeit im Keller, wo auch Lebensmittel gelagert werden, verdünnte Schmierseife zu versprühen. In diesem Fall muß man die Schädlinge aber genauestens im Auge behalten und ggf. die Behandlung wöchentlich wiederholen, bis die Chemie zum Einsatz kommen kann. Bei Spinnmilbenbefall sollte man hingegen keinesfalls warten, sondern unbedingt sofort zur chemischen Keule greifen, denn Spinnmilben sind sehr gefährliche Schädlinge, die innerhalb kürzester Zeit den Tod einer Pflanze bewirken können.
  

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Letztes Update dieser Seite: 23.08.2014 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)