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Dünger selbst mischen
 
   
 
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Inhalt:
 Allgemeines
 Ausgangsstoffe
 Selbstmischen von Dünger


Allgemeines

Dünger mit spezieller Wirkstoffzusammensetzung ist oft selbst im Fachhandel schlecht erhältlich und zudem meistens unangemessen teuer. Hier können Sie erfahren, wie man mit einfachsten Mitteln Spezialdünger selbst mischen kann.


Ausgangsstoffe

Keine Angst, es ist weder erforderlich, daß Sie Chemie studieren noch daß Sie Chemikaliengeschäfte nach seltenenen Chemikalien abklappern. Als Ausgangsstoffe dienen fertige Dünger, die lediglich geeignet gemischt werden müssen.


Selbstmischen von Dünger

Am einfachsten wäre, wenn man die Komponenten NPK eines Düngers einzeln erwerben könnte, denn dann könnte man sich aus den drei Grundkomponenten jeden beliebigen Dünger zusammenmischen. Dies ist im Chemikalienhandel zwar durchaus der Fall, aber davor wollte ich Sie ja bewahren. Denn es geht durchaus auch mit fertigen Düngern mit unterschiedlicher Zusammensetzung. Leider muß man ein wenig rechnen, um zu dem gewünschten Resultat zu kommen. Wer beim Lösen von Gleichungen in der Schule gut aufgepaßt hat, wird damit kaum Probleme haben. Anhand der nachfolgenden Beispiele sollte es aber für jeden möglich sein, die entsprechenden Berechnungen selbst durchzuführen.

Wichtig ist die Auswahl der Ausgangsmaterialien derart, daß das gewünschte Endergebnis überhaupt durch Mischung erreicht werden kann. Aus zwei Düngern mit NPK = 6-4-6 und NPK = 8-5-9 werden Sie nie und nimmer einen Dünger mit im Vergleich zum Stickstoff höheren Phosphoranteil mischen können, da ja beide einen verminderten Phosphoranteil besitzen. Beim Lösen der Gleichung macht sich das dadurch bemerkbar, daß negative Werte auftreten. Das Minuszeichen ist dahingehend zu interpretieren, daß man aus Dünger A eine gewisse Menge Dünger B extrahieren müßte oder umgekehrt. Das geht natürlich nicht.

Beispiel 1:
Angenommen, Sie besitzen einen Dünger 1 mit 15-5-20 (Blaukorn) und einen Dünger 2 mit 10-11-8. Ziel soll sein, in der Mischung Stickstoff und Kalium (d.h. der erste und der letzte Wert) gleich zu konzentrieren. Wenn x die Menge an Dünger 1 und y die Menge an Dünger 2 repräsentiert, gilt folgende Gleichung (anhand der gewählten Zahlen können Sie leicht ersehen, woher Sie aus der NPK-Angabe der Dünger stammen):
15 x + 10 y=20 x + 8 y     | von beiden Seiten 15 x subtrahieren
10 y=5 x + 8 y     | von beiden Seiten 8 y subtrahieren
2 y=5 x
Wenn man jetzt durch y dividiert und dann durch 5, erhält man x / y = 2 / 5, das gesuchte Ergebnis. Dies bedeutet, daß Sie 2 Teile x (=Dünger 1) und 5 Teile y (=Dünger 2) mischen müssen und damit 2 + 5 = 7 Teile Dünger erhalten. Oder Sie nehmen 2/7 Teile Dünger 1 und 5/7 Teile Dünger 2 und erhalten 1 Teil Dünger.
Somit erhalten Sie einen Dünger mit einem Stickstoffanteil von (2/7 * 15) + (5/7 *10) = 11,4, einem Phosphoranteil von (2/7 * 5) + (5/7 * 11) = 9,3 und einem Kaliumanteil von (2/7 * 20) + (5/7 *8) = 11,4, d.h. NPK = 11,4-9,3-11,4.


Beispiel 2:
Nun wollen wir aus Blaukorn (15-5-20) und Thomasphosphat (0-15-20) versuchen, einen Kakteendünger herzustellen, der doppelt soviel Phosphor wie Stickstoff besitzt. Wenn x die Menge an Blaukorn und y die Menge an Thomasphosphat repräsentiert, gilt folgende Gleichung
2 * (15 x + 0 y)=5 x + 15 y     | Klammer ausrechnen
30 x=5 x + 15 y     | von beiden Seiten 5 x subtrahieren
25 x=15 y     | beide Seiten durch 5 dividieren
5 x=3 y 
Wenn man jetzt durch y dividiert und dann durch 5, erhält man x / y = 3 / 5, das gesuchte Ergebnis. Dies bedeutet, daß Sie 3 Teile x (=Blaukorn) und 5 Teile y (=Thomasphosphat) mischen müssen und damit 3 + 5 = 8 Teile Dünger erhalten. Oder Sie nehmen 3/8 Teile Blaukorn und 5/8 Teile Thomasphosphat und erhalten 1 Teil Dünger.
Somit erhalten Sie einen Dünger mit einem Stickstoffanteil von (3/8 * 15) + (5/8 *0) = 5,6, einem Phosphoranteil von (3/8 * 5) + (5/8 * 15) = 11,2 und einem Kaliumanteil von (3/8 * 20) + (5/8 *20) = 20, d.h. NPK = 5,6-11,2-20.

Wie man sieht, kann man das Verhältnis von zwei Bestandteilen vorgeben. Die Konzentration der dritten kann nicht frei gewählt werden, sondern ergibt sich automatisch. Der Kakteendünger in Beispiel 2 besitzt einen für den praktischen Einsatz deutlich zu hohen Kaliumanteil. Dieser ist dadurch bedingt, daß beide Ausgangsdünger eine im Vergleich zu den anderen Inhaltsstoffen hohe Kaliumkonzentration besitzen. In Beispiel 3 sei daher dargestellt, wie man nun wirklich einen idealen Kakteendünger herstellt. Blaukorn ist nämlich nicht nur von einem Hersteller in verschiedenen Varianten sondern von mehreren Herstellern in anderer Zusammensetzung erhältlich. Man wählt einfach einen Dünger mit ausgeglichenem Nährstoffverhältnis.

Beispiel 3:
Mit Blaukorn eines anderen Herstellers (8-8-8) und Thomasphosphat (0-15-20) läßt sich ein guter Kakteendünger herstellen, der wiederum doppelt soviel Phosphor wie Stickstoff besitzt. Wenn x die Menge an Blaukorn und y die Menge an Thomasphosphat repräsentiert, gilt folgende Gleichung
2 * (8 x + 0 y)=8 x + 15 y     | Klammer ausrechnen
16 x=8 x + 15 y     | von beiden Seiten 8 x subtrahieren
8 x=15 y
Wenn man jetzt durch y dividiert und dann durch 8, erhält man x / y = 15 / 8, das gesuchte Ergebnis. Dies bedeutet, daß Sie 15 Teile x (=Blaukorn) und 8 Teile y (=Thomasphosphat) mischen müssen und damit 15 + 8 = 23 Teile Dünger erhalten. Oder Sie nehmen 15/23 Teile Blaukorn und 8/23 Teile Thomasphosphat und erhalten 1 Teil Dünger.
Somit erhalten Sie einen Dünger mit einem Stickstoffanteil von (15/23 * 8) + (8/23 *0) = 5,2, einem Phosphoranteil von (15/23 * 8) + (8/23 * 15) = 10,4 und einem Kaliumanteil von (15/23 * 8) + (8/23 *20) = 12,2, d.h. NPK = 5,2-10,4-12,2.

Man kann, wie Sie gesehen haben, nicht mit beliebigen Ausgangsmaterialien beliebige Dünger zusammenmischen. Man kann aber abschätzen, ob das gewünschte Ziel ungefähr erreichbar ist. Meistens ist es sinnvoll, einen sehr ausgeglichenen Dünger zu verwenden, und diesen mit einem weiteren Dünger zu mischen, der im Verhältnis der einzelnen Nährstoffe übers Ziel hinausschießt. In Beispiel 3 ist das Blaukorn mit NPK = 8-8-8 der ausgeglichene Dünger und das Thomasphosphat mit NPK = 0-15-20 der Dünger, der übers Ziel hinausschießt, denn er besitzt zwar einen hohen Phosphatanteil aber überhaupt keinen Stickstoff. Sollten Sie einen Dünger mit den o.g. Eigenschaften benötigen, der zudem einen geringeren Kaliumanteil besitzt, müßten Sie als Ausgangsdünger einen (oder auch beide) Dünger so wählen, daß der Kaliumanteil geringer ist. Da zumindest mir kein anderer Hersteller bekannt ist, der Thomasphosphat mit im Vergleich zum Phosphor- geringerem Kaliumanteil anbietet, müßte der andere Dünger diese Eigenschaft besitzen.

Man sollte nie vergessen, daß durch das Mischen von Düngern ungewollt chemische Reaktionen in Gang kommen können. Beim Mischen von flüssigen Düngern ist dies aber ziemlich selten zu beobachten. Ein Indiz hierfür ist die Bildung von Ausflockungen oder eine Temperaturerhöhung. Sofern Sie solches beobachten, sollten Sie die verunglückte Mischung nicht verwenden sondern umweltschoend entsorgen. Deshalb kann ich nur empfehlen, probeweise kleine Mengen zu mischen, ein paar Stunden stehen zu lassen und dann auf Ausflockungen hin zu untersuchen. Aber dies kommt, wie gesagt, recht selten vor.

Mischungen zwischen festen und flüssigen Düngern scheitern daran, daß man feste Dünger leider nicht in den flüssigen auflösen kann, um ein Konzentrat zu erhalten. Hier kann man nur aus beiden Komponenten gebrauchsfähige Düngerlösungen herstellen und diese dann mischen. Allerdings weiß man dann oft nicht, ob sich die entsprechenden Komponenten miteinander vertragen. Feste Dünger kann man zwar miteinander problemlos mischen, weiß dann aber ebenfalls nicht, ob es zu unerwünschten Reaktionen kommt. Aus diesen Gründen empfehle ich, als Ausgangsbasis nur flüssige Dünger zu verwenden, auch wenn in obigen Berechnungsbeispielen feste Dünger angegeben sind.

Wo sich die Verwendung von festem Dünger nicht vermeiden läßt, kann man die oben beschriebenen Probleme mit einigem Erfolg dadurch umgehen, daß man die "Mischung" dadurch fabriziert, daß man entsprechend dem Mischungsverhältnis wechselweise in mindestens Wochenabstand den einen und den anderen Dünger ausbringt. Thomasphosphat ist beispielsweise so ein Kandidat, den man nur sehr schwer durch Flüssigdünger ersetzen kann. In Verbindung mit Blaukorn sind mir diesbezüglich übrigens keine Unverträglichkeiten aufgefallen; man kann diese beiden Dünger in beliebigen Verhältnissen mischen. Allerdings ist diese Mischung genauso schwer in Wasser löslich wie seine Bestandteile. Außerdem muß der pH-Wert durch Zugabe von Essigsäure in verträgliche Regionen abgesenkt werden. Siehe hierzu Ansäuern von Dünger.
  

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